Basis
Wiederholbare Wochen und lange ruhige Läufe bilden den Ausgangspunkt.
Du suchst einen Marathon-Trainingsplan über 20 Wochen? Hier bekommst du sofort eine strukturierte Phasentabelle mit vier Einstiegsniveaus, Entlastungswochen und klaren Anpassungsregeln. Alle Angaben in diesem Artikel sind Planungswerte, keine Zielzeit-Garantie und keine medizinische Freigabe.
Wenn du nur die Tabelle suchst, scrolle direkt zur 20-Wochen-Phasentabelle im nächsten Abschnitt. Die Seite liefert dir darüber hinaus: einen vollständigen 20-Wochen-Rahmen mit fünf Trainingsphasen, vier Einstiegsniveaus von Einsteiger bis erfahrener Läufer, konkrete Beispielwochen, Regeln zur Anpassung bei Unterbrechungen und Sicherheitsgrenzen für dein Training.
Planung öffnen ↓Wiederholbare Wochen und lange ruhige Läufe bilden den Ausgangspunkt.
Umfang und gezielte Reize steigen nur, wenn die vorige Stufe stabil bleibt.
Marathontempo und lange Läufe werden im passenden Verhältnis eingeordnet.
Die Belastung sinkt, damit Erholung vor dem Wettkampf möglich bleibt.
Dieser Plan richtet sich an Freizeitläufer mit regelmäßiger Laufpraxis, die einen Marathon im Frühjahr oder Herbst vorbereiten wollen. Marathon-Trainingspläne dauern in der Regel 16 bis 20 Wochen. Die zusätzlichen Wochen eines 20-Wochen-Plans bieten mehr Raum für eine flache Umfangssteigerung, zusätzliche Entlastungswochen und Puffer für Urlaub oder kleinere Unterbrechungen.
Der Plan ist geeignet, wenn:
Du aktuell 3 bis 5 Laufeinheiten pro Woche absolvierst.
Dein längster Lauf in den letzten Monaten mindestens 10 km betrug.
Du über eine stabile, über längere Zeit aufgebaute Laufroutine verfügst und den aktuellen Wochenumfang gut verträgst.
Du ein ungefähres 10-km- oder Halbmarathon-Niveau als Ausgangspunkt benennen kannst.
Nicht geeignet ist dieser Leitfaden bei kompletter Laufanfänger-Situation (weniger als 5 km schmerzfrei am Stück), akuten Verletzungen oder fehlender ärztlicher Freigabe. Zielzeiten sind hier Planungsgrößen; dein persönliches Wohlbefinden und deine Gesundheit haben immer Vorrang. Marathon-Wochen ist unabhängig und stellt transparent dar, was der Plan kann und was nicht.
Die folgende Tabelle ist der Kern dieser Seite. Sie zeigt alle 20 Wochen mit der jeweiligen Trainingsphase, Wochenumfängen als Spannbreite für vier Einstiegsniveaus und einem Hinweis zur Schwerpunkteinheit. Entlastungswochen sind mit (E) markiert. Ein sinnvoller 20-Wochen-Plan steigert die Kilometerzahl schrittweise, nicht sprunghaft.
Woche | Phase | Niveau A (km) | Niveau B (km) | Niveau C (km) | Niveau D (km) | Hinweis |
|---|---|---|---|---|---|---|
1 | Aufbau 1 | 25–30 | 35–40 | 45–50 | 55–60 | Lockere Dauerläufe, Routine aufbauen |
2 | Aufbau 1 | 28–33 | 38–43 | 48–53 | 58–63 | Langer Lauf 12–16 km (A) / 16–20 km (D) |
3 | Aufbau 1 | 30–35 | 40–46 | 50–56 | 60–66 | Langer Lauf leicht verlängern |
4 | Aufbau 1 (E) | 24–28 | 32–37 | 40–45 | 48–53 | Entlastungswoche: Umfang ca. 20–30 % reduziert |
5 | Aufbau 1 | 32–37 | 42–48 | 52–58 | 62–68 | Langer Lauf 14–18 km (A) / 20–24 km (D) |
6 | Aufbau 1 | 34–39 | 44–50 | 54–60 | 64–70 | Optionale Steigerungsläufe im lockeren Dauerlauf |
7 | Aufbau 2 | 36–41 | 46–52 | 56–62 | 66–72 | Erste kurze Tempoeinheit (z. B. 4×1 km) |
8 | Aufbau 2 (E) | 28–33 | 37–42 | 45–50 | 53–58 | Entlastungswoche: Tempo reduzieren |
9 | Aufbau 2 | 38–43 | 48–54 | 58–64 | 68–74 | Langer Lauf 18–22 km (A) / 24–28 km (D) |
10 | Aufbau 2 | 40–45 | 50–56 | 60–66 | 70–76 | Tempodauerlauf 5–6 km einbauen |
11 | Spezifisch | 42–47 | 52–58 | 62–68 | 72–80 | Marathon-Tempo-Abschnitte im langen Lauf |
12 | Spezifisch (E) | 33–38 | 42–47 | 50–55 | 58–64 | Entlastungswoche; optional Test-Wettkampf (HM/15 km) |
13 | Spezifisch | 44–50 | 54–60 | 64–70 | 74–82 | Langer Lauf 25–28 km (A) / 30–34 km (D) |
14 | Spezifisch | 45–52 | 55–62 | 65–72 | 75–85 | Verpflegung und Ernährung im langen Lauf testen |
15 | Spezifisch | 45–55 | 55–65 | 65–75 | 75–90 | Peak-Woche: höchster Wochenumfang |
16 | Spezifisch (E) | 35–42 | 44–52 | 52–60 | 60–70 | Entlastungswoche vor dem Tapering |
17 | Tapering | 32–38 | 40–48 | 48–55 | 55–65 | Umfang sinkt, einzelne Tempoimpulse bleiben |
18 | Tapering | 25–30 | 32–38 | 38–44 | 44–52 | Langer Lauf nur noch 16–20 km |
19 | Tapering | 18–22 | 22–28 | 28–34 | 34–40 | Kurze lockere Einheiten, Schlaf priorisieren |
20 | Wettkampf | 10–15 + Marathon | 10–15 + Marathon | 12–18 + Marathon | 15–20 + Marathon | Nur leichte Aktivierung vor dem Rennen |
Legende der vier Einstiegsniveaus:
Niveau A: Marathon-Neuling mit solider 10-km-Erfahrung, 2–3 Läufe pro Woche als Ausgangsbasis.
Niveau B: Erfahrener Freizeitläufer mit gelegentlichen Volksläufen und 3–4 Einheiten pro Woche.
Niveau C: Fortgeschrittener Läufer mit aktuellem Halbmarathon-Wettkampf und 4 Einheiten pro Woche.
Niveau D: Erfahrener Marathonläufer mit mehreren absolvierten Marathons und konkretem Zeitziel.
Alle Umfangsbereiche sind Planungswerte. Die Tabelle bildet einen Rahmen, keine starre Vorgabe. Der Trainingsplan sollte sowohl aerobe als auch intensive Einheiten beinhalten, wobei die Mischung je nach Phase variiert.
Die Einstufung basiert nicht auf deiner Wunschzielzeit, sondern auf deiner aktuellen Trainingsrealität. Ehrliche Selbsteinschätzung ist der wichtigste Schritt. Eiserne „Sub-Zeiten" stehen hier bewusst nicht im Mittelpunkt. Stattdessen geht es um eine gesunde Ankunft am Ziel und um realistische Bandbreiten.
Typisches Profil: 2–3 Läufe pro Woche, längster Lauf zuletzt ca. 10–14 km. Marathonanfänger sollten mindestens 5 bis 10 km schmerzfrei laufen können.
Realistische Zielsetzung: Marathon finishen. Grobe Zielzeitspanne etwa 4:45–5:30 Stunden, nur als Orientierung.
Empfohlener Start-Wochenumfang in Woche 1: ca. 25–30 km.
Maximaler Umfang in der Spitze der Vorbereitung: ca. 45–55 km.
Profil: 3–4 Läufe pro Woche, gelegentliche Volksläufe über 10 km, längster Lauf ca. 15–18 km.
Grobe Zeitspanne im Marathon als Planungsgröße: etwa 4:00–4:45 Stunden, ohne Garantie.
Startumfang in Woche 1: ca. 35–40 km. Spitzenumfang: ca. 55–65 km.
Für Berufstätige mit moderater Belastbarkeit im Alltag gedacht.
Profil: 4 Läufe pro Woche, längster Lauf 18–22 km, kürzlicher Halbmarathon-Wettkampf.
Grobe Zeitspanne: etwa 3:30–4:00 Stunden als Planungsrahmen, keine Vorhersage.
Startumfang: ca. 45–50 km. Spitzenumfang: ca. 65–75 km.
Erholung und Schlaf sind in diesem Bereich ebenso wichtig wie Tempoeinheiten.
Profil: 4–6 Läufe pro Woche, regelmäßige Wettkämpfe, mehrere absolvierte Marathons.
Marathon-Zeitraster als Planungsziel: etwa 2:50–3:30 Stunden, ohne Leistungsversprechen.
Startumfang: ca. 55–60 km. Spitzenumfang: ca. 75–90 km, im Plan als Spannbreite ausgewiesen.
Individuelle Feinjustierung von Tempo und Umfang ist auf diesem Niveau unbedingt nötig.
Der Plan bietet nicht 20 gleichartige Wochen, sondern klar definierte Phasen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Ein strukturierter Plan steigert Distanz und Intensität schrittweise, und ein Trainingsplan hilft, die richtige Balance zwischen Belastung und Erholung zu finden.
Phase 1 – Allgemeiner Aufbau (Woche 1–6): Fokus liegt auf dem Aufbau einer stabilen Wochenroutine. Du läufst überwiegend lockere Dauerläufe, baust den Wochenumfang moderat auf und gewöhnst Sehnen, Bänder und Muskeln an regelmäßige Belastung. Langsame Läufe fördern die Grundlagenausdauer und den Fettstoffwechsel. Intensives Tempo kommt noch nicht vor. In Woche 4 liegt die erste Entlastungswoche mit einer Umfangsreduktion von ca. 20–30 %. Krafttraining ist in dieser Phase besonders wichtig zur Verletzungsprophylaxe.
Phase 2 – Vorbereitende Intensität (Woche 7–10): Erste Tempoelemente kommen hinzu, zum Beispiel kurze Intervalle oder ein Tempodauerlauf. Der lange Lauf nähert sich der Halbmarathondistanz oder liegt etwas darüber. In Woche 8 folgt eine Entlastungswoche. Die Trainingspläne kombinieren in dieser Phase kurze Läufe und einen langen Lauf pro Woche.
Phase 3 – Spezifische Marathonphase (Woche 11–16): Dies sind die Schlüsselwochen. Mehrere lange Läufe über 28–35 km (je nach Niveau) stehen an, Marathon-Tempo-Abschnitte werden im langen Lauf eingebaut. Ein erfolgreicher Marathon erfordert, dass du vor dem Wettkampf mindestens 30 Kilometer am Stück im Training gelaufen bist. Die Ernährung sollte während der langen Läufe getestet werden, ebenso wie die Flüssigkeitsaufnahme. Entlastungswochen in Woche 12 und 16 schützen den Körper vor Überlastung.
Phase 4 – Tapering (Woche 17–19): Tapering senkt das Trainingsvolumen vor dem Marathon, um frisch an den Start zu gehen. Studien empfehlen eine Reduktion des Volumens um 40–60 %, bei weitgehendem Erhalt der Intensität. Die Trainingsfrequenz wird nur leicht reduziert. In den letzten drei Wochen vor dem Rennen wird das Laufpensum reduziert, einzelne Tempoimpulse bleiben aber bestehen.
Phase 5 – Wettkampfwoche und Regeneration (Woche 20): Sehr geringer Trainingsumfang. Fokus auf Schlaf, mentale Vorbereitung, Organisation und letzte leichte Einheiten. Nach dem Marathon folgt eine Regenerationsphase, in der Laufen nur nach Wohlbefinden stattfindet.
Entlastungswochen sind in jeder Phase eingeplant und finden etwa alle 3–4 Wochen statt. Sie reduzieren den Umfang um ca. 20–30 % und verkürzen oder streichen die Tempoeinheiten. Ihr Ziel ist die Erholung des gesamten Bewegungsapparats. Entlastungswochen sind wichtig, um die Trainingsbelastung zu verarbeiten.
Ein 20-Wochen-Plan sollte 3 bis 4 Laufeinheiten pro Woche enthalten, je nach Einstiegsniveau auch bis zu 5 oder 6. Ein konkreter Plan gibt wöchentliche Trainingstage vor. Statt fertiger Tagespläne helfen dir folgende Bausteine, deine Woche zu gestalten:
Langer Lauf (Samstag oder Sonntag): Die zentrale Einheit jeder Woche. Die Distanz wächst über die Wochen und variiert je nach Niveau und Phase. Im aeroben Bereich gelaufen, also in einer Geschwindigkeit, bei der du dich noch komplett unterhalten kannst. Die Herzfrequenz bleibt moderat.
Lockere Dauerläufe: Zwei bis drei Einheiten pro Woche in ruhigem Tempo. Sie bilden die Grundlage deiner Ausdauer. Tempo-Empfehlung: Du kannst dich dabei entspannt unterhalten.
Tempoläufe oder Intervalle: Ab Phase 2 kommen wenige, klar definierte intensive Einheiten hinzu. Zum Beispiel 4×1 km im Schwellentempo mit je 2 Minuten Pause oder 5–6 km Tempodauerlauf. Einheiten im Marathon-Tempo helfen, das richtige Pacing zu entwickeln.
Optionaler Technik- oder Kraftblock: 10–20 Minuten Lauf-ABC oder Rumpfstabilisation. Keine aufwendigen Fitnessprogramme, sondern gezielte Übung für die Muskulatur, die beim Laufen trägt.
Feste Ruhetage: Mindestens ein vollständiger Ruhetag pro Woche ist wichtig. Ruhetage sind unerlässlich zur Erholung der Muskulatur. An diesen Tagen empfiehlt sich Schlaf, bewusste Ernährung und allenfalls lockeres Gehen oder Radfahren.
Wie du diese Bausteine in deine persönliche Woche einordnest, hängt von Beruf, Familie und Wettkampfdatum ab. Plane intensive Einheiten nie direkt vor dem langen Lauf. Versuche, mindestens 48 Stunden zwischen zwei harten Belastungen zu lassen.
Die folgenden Beispielwochen zeigen, wie der abstrakte Rahmen konkret aussehen kann. Sie sind Muster, keine starren Vorgaben. Passe sie an deine Realität an.
Woche 3, Aufbauphase 1 – Wochenumfang ca. 30–35 km
Montag: Ruhetag
Dienstag: 6 km locker (Dauerlauf, Unterhaltungstempo)
Mittwoch: Ruhetag oder 20 Min. Rumpfstabilisation
Donnerstag: 7–8 km locker, davon die letzten 4×100 m als lockere Steigerungen
Freitag: Ruhetag
Samstag: Ruhetag oder leichtes Joggen (3 km)
Sonntag: Langer Lauf 12–14 km, sehr ruhig
Der Umfang bleibt bewusst moderat. In dieser Phase geht es darum, den Körper an regelmäßiges Laufen zu gewöhnen. Intensives Tempo hat hier noch keinen Platz.
Woche 8 (Entlastungswoche), Aufbauphase 2 – Wochenumfang ca. 37–42 km
Montag: Ruhetag
Dienstag: 7 km locker
Mittwoch: 6 km mit 3 km Tempodauerlauf im zügigen, aber kontrollierten Tempo
Donnerstag: Ruhetag
Freitag: 6–7 km locker
Samstag: Ruhetag oder 15 Min. Kraft/Stabi
Sonntag: Langer Lauf 16–18 km, locker
Die harte Einheit (Mittwoch) liegt bewusst weit vor dem langen Lauf. In der Entlastungswoche ist der Dauerlauf kürzer als in den Wochen davor, und das Tempo bei den intensiven Abschnitten wird nicht forciert.
Woche 15, Spezifische Phase – Wochenumfang ca. 65–75 km (Peak-Woche)
Montag: Ruhetag
Dienstag: 10 km locker
Mittwoch: 12 km mit 3×3 km im zügigen Schwellentempo, je 3 Min. Trabpause
Donnerstag: 8 km sehr locker (Regeneration)
Freitag: 8 km locker
Samstag: Ruhetag oder 15 Min. Mobilisation
Sonntag: Langer Lauf 30–32 km, davon 10 km im geplanten Marathon-Tempo
In dieser Phase wird die mentale Vorbereitung konkreter. Teste hier deine Wettkampfernährung: Nimm Gels, isotonische Getränke oder Bananen auf dem langen Lauf mit und probiere aus, was dein Magen verträgt.
Woche 17, Tapering – Wochenumfang ca. 55–65 km
Montag: Ruhetag
Dienstag: 10 km locker
Mittwoch: 10 km mit 5 km im Marathon-Tempo
Donnerstag: 8 km sehr locker
Freitag: Ruhetag
Samstag: 6 km locker mit 4×200 m Steigerungen
Sonntag: Langer Lauf 20–22 km, ruhig
Der Gesamtumfang ist gegenüber der Peak-Woche deutlich reduziert. Die Beine sollen „frisch" werden. Einzelne Abschnitte im geplanten Marathon-Tempo bleiben, aber die Gesamtbelastung ist spürbar geringer als in den Vorwochen.
Die 20 Wochen folgen einer progressiven Umfangssteigerung mit regelmäßigen Entlastungswochen. Der Wochenumfang sollte nicht sprunghaft steigen, sondern progressiv – als Richtwert gelten maximal etwa 8–10 % Steigerung pro Woche. Die Entlastungswochen alle drei bis vier Wochen geben dem Körper Zeit, die gesetzte Belastung zu verarbeiten. Ein Trainingsplan reduziert auf diese Weise das Risiko von Verletzungen.
Der lange Lauf wächst schrittweise, nicht jede Woche. Zwischen zwei aufeinanderfolgenden langen Läufen darf die Distanz gleich bleiben oder in Entlastungswochen sinken. Tempotraining wird dosiert: In den ersten sechs Wochen gibt es kaum intensive Einheiten. Erst ab Phase 2 kommen Intervalle und Tempodauerläufe hinzu, und auch dann machen sie höchstens etwa 20 % des Gesamtumfangs aus. Diese 80/20-Verteilung – 80 % aerob, 20 % intensiv – ist ein bewährtes Prinzip im Marathontraining.
Die Trennung von Planungswerten (Umfang, Tempo-Zonen) und individuellen Grenzen ist entscheidend. Die Tabelle liefert Korridore, dein Körper liefert die Rückmeldung. Beides zusammen ergibt das Training.
Keine Woche steht für sich allein – wichtig ist der Trend über mehrere Wochen.
Ziel: Du kommst relativ ausgeruht an den Start, nicht mit deinem höchsten Trainingsumfang in der letzten Woche.
Phasen erlauben dir, auch spontan Anpassungen vorzunehmen, ohne den gesamten Plan zu zerstören.
Marathon im Oktober, Start des Plans Ende Mai. Stell dir vor: Lena, 38 Jahre, arbeitet Vollzeit, Einstiegsniveau B. Sie hat einen Halbmarathon in 2:00 Stunden gelaufen und joggt aktuell dreimal pro Woche mit einem Wochenumfang von ca. 30 km.
Lena wählt Niveau B, weil ihr aktueller Umfang und ihre bisherigen längsten Läufe (18 km) genau in dieses Profil passen. Obwohl sie sich eine Zielzeit unter 4:30 vorstellt, lässt sie diese als offene Bandbreite stehen.
Aus der Phasentabelle liest sie ab, dass ihr Startumfang bei 35–40 km liegt. Da sie aktuell bei 30 km steht, nutzt sie Woche 1 und 2 zum sanften Einstieg im unteren Bereich der Spannbreite.
Lange Läufe legt sie auf Sonntagmorgen, bevor die Familie wach ist. Die Tempoeinheit passt sie auf Mittwochmittag (Homeoffice-Tag) an.
In Woche 12 baut sie einen Test-Halbmarathon ein, um ihr Tempo-Gefühl zu überprüfen. Die Entlastungswoche in der Tabelle kommt ihr dabei entgegen.
In Woche 18–19 reduziert sie die Umfänge konsequent und priorisiert Schlaf. Sie läuft nur noch kurze lockere Einheiten und eine leichte Tempoaktivierung.
Ein 20-wöchiger Marathon-Trainingsplan hilft beim Ausdaueraufbau, weil er genug Zeit für schrittweise Anpassung bietet. Läufer mit Trainingsplänen erzielen regelmäßig Fortschritte, weil sie nicht planlos trainieren.
Kein 20-Wochen-Plan wird exakt so durchgezogen, wie er auf dem Papier steht. Entscheidend ist, dass du weißt, wie du bei Abweichungen reagierst. Ein Trainingsplan verbessert die körperliche und geistige Vorbereitung – aber nur, wenn er flexibel gehandhabt wird.
Wenn du mehr als die Hälfte der geplanten Laufeinheiten krankheitsbedingt verpasst hast.
Wenn der lange Lauf zweimal hintereinander ausfällt oder stark verkürzt werden musste.
Wenn du dich in der Folgewoche ungewöhnlich erschöpft fühlst und die Qualität der Einheiten deutlich abfällt.
Empfehlung: Spule die zurückliegende Woche mit leicht reduziertem Tempo nach, bevor du zur nächsten Phase übergehst. Das Wiederholen ist sicherer als das „Aufholen" mehrerer Einheiten in einer einzigen Woche.
Eine verpasste lockere Einheit nicht nachholen, sondern streichen.
Eine verpasste Tempoeinheit nur dann nachholen, wenn genügend Abstand (mindestens zwei Tage) zum langen Lauf bleibt.
Nie zwei intensive Trainingstage direkt hintereinander einplanen, um Versäumtes aufzuholen.
Bei anhaltender Erschöpfung: Umfang in der folgenden Woche um ca. 30–40 % reduzieren, Tempoeinheiten streichen.
Bei Schmerzen im Bewegungsapparat: Training unterbrechen. Keine Ferndiagnosen, keine Versuche, „durchzulaufen". Suche einen Arzt oder eine Sportmedizinerin auf.
Bei Fieber oder Infekten: Kein Training, auch nicht „lockeres Schwitzen". Nimm den Plan für mindestens 48 Stunden nach Abklingen aller Symptome nicht wieder voll auf.
Die Gesundheit hat Vorrang vor jeder Zielzeit.
Du wählst Niveau D, trainierst aber seit Monaten nur 2–3 Mal pro Woche: Wechsle auf Niveau B oder C.
Deine Wunschzielzeit passt nicht zu deinem aktuellen 10-km- oder Halbmarathon-Niveau: Streiche das Zeitziel oder überführe es in eine breitere Spanne.
Es kann sinnvoll sein, den Marathon als „Erfahrungsrennen" zu nutzen und erst im nächsten Jahr ein konkreteres Zeitziel zu formulieren. Ein Trainingsplan sollte auf die individuelle Leistungsfähigkeit abgestimmt sein.
Der Begriff „Planungswert" bedeutet: Die Zahlen in der Tabelle dienen zur Orientierung, nicht als Prüfstein für Erfolg oder Scheitern. Kein Trainingsplan kann deine individuelle Tagesform, deinen Schlaf, dein Wetter am Lauftag oder deinen beruflichen Stress vorhersagen.
Umfang: Ein Korridor (zum Beispiel 55–65 km) ist sinnvoller als ein fester Zahlenwert wie „61 km". An guten Wochen landest du am oberen Ende, an belasteten Wochen am unteren.
Tempo: Nutze subjektive Belastung statt starrer Sekunden pro Kilometer. „Noch sprechen können" ist für den Dauerlauf die beste Regel. Die Herzfrequenz kann als zusätzlicher Anhaltspunkt dienen, aber nicht als alleinige Steuerung.
Zielzeit: Du kannst aus einem aktuellen 10-km- oder Halbmarathon-Resultat eine grobe Marathonbandbreite ableiten. Eine Meta-Analyse zeigt, dass neben der Wettkampfzeit auch Faktoren wie Wochenumfang, Anzahl langer Läufe und Trainingshäufigkeit stark mit der Marathonleistung korrelieren. Eine Zielzeit bleibt trotzdem immer eine Schätzung.
Nimm deine eigenen Vorgaben – Schlafbedarf, berufliche Spitzenzeiten, familiäre Termine – wichtiger als starre Trainingstabellen.
Training ist nur ein Baustein der Vorbereitung. Eine ausgewogene Ernährung ist während des Marathontrainings wichtig, und regelmäßige Mahlzeiten unterstützen die Leistungsfähigkeit im Training.
Ernährung – praxisnah statt dogmatisch:
Ausreichend Kohlenhydrate vor längeren Läufen: Brot, Haferflocken, Reis oder Nudeln eignen sich als Grundlage. Ergänze mit Gemüse und einer Portion Eiweiß (Quark, Eier, Tofu).
Trinken während des Trainings ist entscheidend für die Hydration. Ab ca. 60–75 Minuten Laufdauer solltest du Wasser oder isotonische Getränke mitnehmen. Isotonische Getränke sollten im Training getestet werden, nicht erst am Wettkampftag.
Nach dem Training: Kombination aus Kohlenhydraten und Protein. Zum Beispiel eine Banane mit Joghurt oder Reis mit Gemüse und Tofu. Bananen werden häufig bei Marathons als Energiequelle gereicht – sie funktionieren auch im Alltag.
Regeneration:
Schlaf ist die wichtigste „Einheit" im gesamten Plan. Versuche, in der Marathonvorbereitung mindestens 7–8 Stunden pro Nacht zu schlafen.
Leichte Dehnung oder Mobilisation nach Bedarf, ohne starres Programm.
Bei hohem Stress im Beruf oder im Alltag: Reduziere den Umfang um 10–20 %, statt das Tempo zu forcieren. Ein Trainingsplan, der dich krank oder erschöpft macht, ist kein guter Plan.
Ausrüstung und Komfort:
Trage deine Laufschuhe im Training ausreichend ein. Neue Schuhe erst zu Beginn des Plans testen, nicht kurz vor dem Rennen.
Kleidung dem Wetter anpassen und ebenfalls auf langen Läufen erproben, um unangenehme Überraschungen am Wettkampftag zu vermeiden.
Es gibt ergänzende Werkzeuge und Seiten, die dir helfen, den 20-Wochen-Plan zu verfeinern. Marathon-Wochen bietet weitere Ressourcen für verschiedene Aspekte der Marathonvorbereitung:
Vergleich verschiedener Vorbereitungsdauern: Wann ist ein 12-Wochen-Plan sinnvoll, wann 16 oder 20 Wochen? Ein 12-Wochen-Plan verdichtet die direkte Vorbereitung und setzt eine bereits stabile Laufbasis voraus; ein pauschaler Mindestzeitraum an Lauferfahrung lässt sich daraus nicht ableiten.
Rechner zur Abschätzung deiner realistischen Marathon-Zeit anhand eines 10-km- oder Halbmarathon-Laufs.
Übersichtsseite mit Marathon-Trainingspläne nach verschiedenen Zielzeiten und Rahmenplänen.
Ratgeber zum langen Lauf im Marathontraining mit detaillierteren Beispielen zu Streckenlängen und Tempogestaltung.
Kann ich in weniger als 20 Wochen starten, wenn der Marathon näher ist? Ja, aber dann musst du eine der späteren Phasen als Einstieg wählen und die Aufbauphase stark verkürzen. Die meisten Marathon-Trainingspläne dauern 16 bis 20 Wochen. Ein kürzerer Einstieg setzt deutlich mehr Lauferfahrung und einen höheren aktuellen Umfang voraus.
Wie oft darf ich in den 20 Wochen an Volksläufen teilnehmen? Ein bis zwei Testrennen (z. B. 10 km oder Halbmarathon) sind sinnvoll und liegen idealerweise in Entlastungswochen oder kurz davor. Mehr als drei Wettkämpfe im Vorbereitungszeitraum belasten den Körper unnötig und nehmen Erholung weg.
Was passiert, wenn ich in Woche 10 eine zweiwöchige Urlaubsunterbrechung habe? Plane im Urlaub zwei bis drei lockere Läufe pro Woche, um die Grundlage zu erhalten. Nach der Rückkehr steigst du mit dem Umfang der Woche vor dem Urlaub wieder ein, nicht dort, wo du laut Plan jetzt sein „solltest". Die 20 Wochen bieten genug Puffer für solche Unterbrechungen.
Wie erkenne ich, dass ich mein Zeitziel anpassen sollte? Wenn du in der spezifischen Phase (Woche 11–16) das geplante Marathon-Tempo im langen Lauf wiederholt nicht halten kannst, solltest du die Zielzeit-Spanne nach oben öffnen. Regelmäßiges Laufen dreimal pro Woche ist ideal als Minimum – liegt dein tatsächlicher Trainingsumfang dauerhaft deutlich unter dem geplanten, ist eine Anpassung sinnvoll.
Ist ein 20-Wochen-Plan auch für ältere Läuferinnen und Läufer geeignet? Ja, sogar besonders gut. Die längere Vorbereitungszeit erlaubt eine sanftere Steigerung, was gerade für ältere Läufer mit etwas längeren Regenerationszeiten ein großer Vorteil ist. Studien zeigen, dass die Anpassung von Sehnen und Bändern mehr Zeit benötigt als die kardiovaskuläre Fitness – ein Argument für die zusätzlichen Wochen.
Die folgenden Quellen begrenzen die Aussagen dieser Seite. Planwerte bleiben Orientierungen und ersetzen weder individuelle Leistungsdiagnostik noch medizinische Beratung.